Klage (s. auch Instanzenzug, Mahnverfahren, Prozesskosten, Tagsatzung, Zuständigkeit)

Begehren des Klägers an ein Zivilgericht auf Rechtsschutz gegenüber dem Beklagten. Der Kläger muss bei Klagseinbringung auch die Gerichtsgebühren für das Verfahren in erster Instanz vorschießen. Die Klage benennt die Parteien und enthält einen Antrag auf Sachentscheidung des Gerichtes.


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Kleinkreditkataster (s. Konsumentenkredit-Evidenz)


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Konditionen (Kredit-)

Bedingungen, unter denen ein Kredit gewährt oder ein Ratengeschäft abgewickelt wird. Besonderes Augenmerk verdienen die Kreditsicherheiten, der effektive Jahreszinssatz, die Gesamtbelastung, die Höhe der Verzugszinsen, sowie die Laufzeit und die Ratenhöhe. Die diesbezüglichen Vereinbarungen müssen schriftlich im Kreditvertrag enthalten sein. Vor Vertragsabschluß sollte man unbedingt die Kreditkonditionen bei verschiedenen Anbietern eingehend vergleichen, um das in Summe günstigste Angebot zu wählen. Verhandeln spart Geld!


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Konkurs

Umgangssprachliche Bezeichnung für das gerichtliche Konkurs- und Schuldenregulierungsverfahren, die gesetzlichen Regelungen finden sich in der „Insolvenzordnung“. Im Rahmen dieses Verfahrens ist die Durchführung eines „Sanierungsplan“, eines "Zahlungsplanes" oder eines "Abschöpfungsverfahrens mit Restschuldbefreiung" im Interesse von Schuldner wie Gläubigern möglich. Der Konkurs muss von jedem, ob Unternehmer oder Privatperson, bei Zahlungsunfähigkeit angemeldet werden. Wer bei Zahlungsunfähigkeit die Eröffnung des Konkurses nicht rechtzeitig beantragt und dadurch schuldhaft einen Gläubiger schädigt, muss mit einem gerichtlichen Strafverfahren rechnen (siehe auch „grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen“).


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Konkursmasse

Summe der pfändbaren Einkommens- und Vermögensteile des Schuldners, das im Konkursverfahren für die Befriedigung der Gläubiger und die Bezahlung der Verfahrenskosten zur Verfügung steht.


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Konsumentenkredit-Evidenz (auch Kleinkreditkataster oder Kleinkredit-Evidenz)

Diese Datenbank wird vom privaten Kreditschutzverband von 1870 (KSV) geführt. Daneben führt der KSV auch die so genannte „Warenkredit-Evidenz“, einen groben Überblick über die Problemkunden von Versandhäusern. Entgegen weit verbreiteten Ansichten gibt es nirgends in Österreich eine aktuelle und vollständige Liste über alle Schulden von Privatpersonen.
Banken und Versandhäuser melden, meist aufgrund von Datenweitergabeklauseln in den Verträgen, Kreditgewährungen und die Ablehnung von Kreditanträgen, hohe Girokontoüberziehungen, Bürgschaften und Zahlungsschwierigkeiten ihrer Kunden etc. Bei Kreditantrag kann das Geldinstitut diese Daten im Rahmen der Bonitätsprüfung nachfragen. Der Kreditkataster erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es besteht keine Verpflichtung für die Banken zur Meldung dieser Daten.
Der Kreditschutzverband ist verpflichtet, dem Betroffenen die zu seiner Person gespeicherten Daten auf Anfrage bekannt zu geben. Diese Anfrage ist schriftlich oder durch persönliche Vorsprache möglich und einmal pro Jahr kostenlos. Die Löschung oder Änderung gespeicherter Daten kann nur das Unternehmen veranlassen, das die Meldung abgegeben hat. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Kunden und Kreditgeber über die Korrektheit einer Eintragung kann der Kunde dem KSV eine entsprechende Mitteilung zukommen lassen, diese "Bestreitung " wird vermerkt. Die meisten Eintragungen werden nach gewissen Zeiträumen automatisch gelöscht.


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Konsumkredit

Meist kurz- oder mittelfristiger Kredit an Verbraucher zur Finanzierung von Konsumausgaben.


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Konto (s. Girokonto)


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Kontoauszug (s. auch Girokonto)

Schriftliche Aufstellung der Kontoeingänge und -abbuchungen durch das kontoführende Institut. Das Kreditinstitut muss dem Kontoinhaber mindestens vierteljährlich den Kontostand bekannt geben und bei länger als drei Monate andauernder Überziehung auf die Überziehungszinsen hinweisen. Meist werden Kontoauszüge jedoch wesentlich häufiger, nämlich bei jeder Kontobewegung, erstellt. Sie sollten sofort auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft werden, allfällige Fehler müssen umgehend reklamiert werden. Für Erstellung und Zusendung der Kontoauszüge werden Gebühren verrechnet, der Kostenvergleich zwischen verschiedenen Geldinstituten lohnt sich. (Details siehe Verbraucherkreditgesetz)


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Kontokorrentkredit

Häufige Form des Bankkredites. Innerhalb eines vereinbarten Rahmens kann, zeitlich begrenzt, auch mehrmals Kredit in Anspruch genommen werden. (Details siehe Verbraucherkreditgesetz)


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Kontosperre

1. Im Privatkonkurs wird bei Bestellung eines Masseverwalters das Girokonto gesperrt, Geldbehebungen und Überweisungen können dann nur mehr mit Zustimmung des Masseverwalters vorgenommen werden. Auch das Gericht kann bei Konkurseröffnung eine Kontosperre bei der kontoführenden Bank verfügen, Zahlungen vom Konto sind dann nur mit Zustimmung des Gerichtes möglich. Meist werden Verfügungen jedoch sowohl bei Masseverwalterbestellung als auch bei Eigenverwaltung im Rahmen des Existenzminimums pauschal genehmigt. Masseverwalter oder Gericht sollten daher rasch von notwendigen Überweisungen (Miete, Betriebskosten, Versicherungen usw.) informiert werden.
2. Bei Schuldenproblemen und Kontoüberziehung weigert sich vielfach auch die Bank, Auszahlungen oder Abbuchungen vom Konto vorzunehmen. Kontoüberziehungen, die nicht durch eine Kreditvereinbarung gedeckt sind, muss die Bank nicht ermöglichen. Aufgrund der allgemeinen Geschäftsbedingungen kann die Bank sogar das Konto jederzeit fällig stellen und den überzogenen Betrag einfordern. Das bedeutet meist, dass kein Euro vom eingegangenen Monatsgehalt an den Kontoinhaber ausgezahlt werden muss, solange das Konto überzogen ist. In diesem Fall gelten die Pfändungsgrenzen der Exekutionsordnung nicht! Bei Zahlungsschwierigkeiten sollte man daher umgehend mit dem Kreditinstitut über die Erhöhung des Überziehungsrahmens, über die Abdeckung der Überziehung und die Überweisung wichtiger Zahlungen verhandeln.


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Kontoüberziehung

Formlose Kreditgewährung durch Abbuchungen vom nicht gedeckten Bankkonto. Das Geldinstitut ist ohne entsprechende Vereinbarung nicht verpflichtet, derartige Überziehungen zuzulassen. So müssen zB Daueraufträge, die nicht durch ein Guthaben gedeckt sind, nicht durchgeführt werden (s. Kontosperre). Die Zinsen, Gebühren und Provisionen liegen bei Kontoüberziehungen meist wesentlich höher als bei förmlichen Kreditverträgen. (Details siehe Verbraucherkreditgesetz)


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Kosten des Konkursverfahrens

Im Konkursverfahren fallen Kosten unterschiedlicher Art und Höhe an: Verfahrenskosten, Kosten für den nur in Ausnahmefällen bestellten Insolvenzverwalter, Treuhandkosten in einem allfälligen Abschöpfungsverfahren sowie gegebenenfalls Kosten für die eigene Vertretung des Schuldners. Die Vertretung des Schuldners durch bevorrechtete Schuldnerberatungen ist kostenlos.
Verfahrenskosten sind die Kosten der Inventarisierung durch den Gerichtsvollzieher, diese betragen ca 20 bis 40 Euro. Die allfälligen Masseverwalterkosten betragen ca 1.200 bis 2.000 Euro. Auch Gläubigerschutzverbände verrechnen häufig Kosten für ihre Tätigkeiten während des Verfahrens. Im Abschöpfungsverfahren wird ein Treuhänder bestellt, die Treuhänderkosten sind abhängig vom Umfang seiner Tätigkeiten und der Höhe der eingegangenen Beträge. Gewisse Verfahrenskosten werden nötigenfalls vom Staat vorgeschossen, sie müssen allerdings im Laufe des Verfahrens (bzw. binnen einer gerichtlich bestimmten Frist von max. 3 Jahren) vom Schuldner bezahlt werden.


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Kostenvorschuss

Bezahlung der Verfahrenskosten (zumindest der Anlaufkosten) beim Antrag auf Einleitung des Privatkonkurses, die Höhe des Kostenvorschusses wird im Einzelfall vom Konkursgericht festgelegt. Diese Gerichtskosten können bei Erfüllung strenger Bedingungen bis zu 3 Jahre nach Abschluss des Privatkonkurses gestundet werden, der Privatkonkurs wird jedoch bei Bezahlung des Kostenvorschusses wesentlich einfacher und schneller eröffnet.


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Kredit (s. auch Kreditvertrag)

Zeitweise Überlassung von Geldmitteln zur Finanzierung von Konsumgütern, Wohnraumschaffung, betrieblichen Investitionen usw. Nach der Art des zugrunde liegenden Rechtsgeschäftes unterscheidet man vor allem den Abstattungskredit, den Hypothekarkredit und den Konsum- oder Privatkreditkredit. (Details siehe Verbraucherkreditgesetz)


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Kreditkarte

Plastikkarte, die den Inhaber zu bargeldlosem Bezahlen in vielen Geschäften, Werkstätten, Hotels etc berechtigt. Die mittels Kreditkarte bezahlten Beträge werden in regelmäßigen Abständen vom Bankkonto abgebucht, bis dahin werden sie von der Kreditkartengesellschaft kreditiert. Als Entgelt für die Benützung einer Kreditkarte ist eine jährliche Gebühr zu entrichten. Für die Zeitspanne vom Kaufdatum bis zur Abbuchung vom Konto werden keine Zinsen verrechnet. Nur die genaue Gegenüberstellung von jährlicher Gebühr und Zinsenersparnis zeigt, ob die Bezahlung mittels Kreditkarte oder Bankkredit bzw. Barzahlung günstiger ist. Viele Kreditkarten umfassen auch ein Versicherungspaket, auch hier sind der genaue Preisvergleich und die Prüfung, welche Versicherung man überhaupt braucht, empfehlenswert. Der Verlust der Kreditkarte muss umgehend der Kartengesellschaft oder der Lizenzbank gemeldet und der Polizei angezeigt werden. Das Haftungsrisiko bei Kartenverlust ist bei Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen für den Inhaber wesentlich geringer als bei Bankomatkarten. Eine Sonderform der Kreditkarte sind so genannte "Kundenkarten", die von Geschäften unter verschiedensten Bezeichnungen an Konsumenten ausgegeben werden. Gerade bei der häufigen Bezahlung mit Kreditkarten ist die Gefahr, den Überblick über die eigenen Schulden zu verlieren, sehr groß. Und, wie der Name dieses Wunderdinges schon sagt, es handelt sich eben doch um "Kredit".


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Kreditrestschuldversicherung

Form der Ablebensversicherung zur Besicherung von offenen Schulden. Bei Tod des Kreditnehmers soll die noch aushaftende Kreditforderung durch das Versicherungsunternehmen abgedeckt werden. Die Versicherung ist allerdings auf den vereinbarten Rückzahlungsplan abgestimmt, die Versicherungssumme wird nur bei Einhaltung der Zahlungsvereinbarungen fällig. Die Kosten verschiedener Kreditrestschuldversicherungen können trotz ähnlicher Bedingungen stark schwanken, wie alle Nebenkosten sind sie letztlich vom Kreditnehmer zu bezahlen.


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Kreditsicherheiten

Vereinbarungen oder Maßnahmen, die die Rückzahlung von Krediten samt Zinsen und Kosten sicherstellen. Formen: Bürgschaft, Mitschuldnerschaft, Eigentumsvorbehalt, Verpfändung von Einkommen oder Vermögen, Hypothek, Kreditrestschuldversicherung, Vinkulierung von Lebensversicherungen, Wechsel, Zession und andere mehr.


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Kreditvermittler

Der Kreditvermittler bemüht sich um Kreditgewährung an die Kreditwerber, meist werden Bankkredite vermittelt. In der Regel sind die vermittelten Kredite vergleichsweise teuer, für die Vermittlung selbst ist zusätzlich eine Provision zu bezahlen. Vorsicht: Scheitert die Kreditvermittlung wegen falscher oder unvollständiger Angaben des Kreditsuchenden, dann muss der Kunde die Provision als eine Art Schadenersatz für den Vermittler trotzdem bezahlen. Es ist daher besonders wichtig, sämtliche Angaben im so genannten "Selbstauskunftsformular" wahrheitsgetreu und vollständig zu machen. Spätestens bei Auszahlung des Kreditbetrages muss der Vermittler den Namen und die Anschrift des Kreditgebers bekannt geben. Kreditvermittler werben häufig mit unrealistischen Lockangeboten ("trotz Vorkrediten bürgenfrei, extrem zinsengünstig, auch bei Bankablehnung"...) (s. „Lockangebote bei Krediten“), die genaue und selbstbewusste Prüfung aller Angebote ist unbedingt notwendig. Auch ein Kreditvermittler wirkt keine Wunder. Wenn die Bank dem Kreditwerber den Wunschkredit verweigert, liegt das meist an dessen mangelnder Kreditwürdigkeit. Teure oder nicht bezahlbare Kredite vom Vermittler sind dann häufig der endgültige wirtschaftliche Todesstoß für den Schuldner.


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Kreditvertrag

Rechtsgeschäft zwischen Gläubiger und Schuldner zwecks Kreditaufnahme. Dieser Vertrag kann auch mündlich abgeschlossen werden, bei Abschluss eines Kreditvertrages mit einem Kreditinstitut muss dem Kreditnehmer laut Bankwesengesetz eine schriftliche Ausfertigung des Vertrages ausgehändigt werden, schon vorher kann er einen Entwurf des in Aussicht genommenen Vertrages verlangen. Der Kreditvertrag hat vor allem die gesamten finanziellen Belastungen, insbesondere den effektiven Jahreszinssatz, die Kosten bei Zahlungsverzug und die Bedingungen für Änderungen der Zinssätze (s. Zinsgleitklausel) schriftlich festzuhalten. (Details siehe Verbraucherkreditgesetz)


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Kreditwerbung

Zum Schutz der Konsumenten vor irreführenden oder unlauteren Werbemethoden gibt es eine Reihe von Vereinbarungen oder gesetzlichen Bestimmungen. Laut Bankwesengesetz hat jede Kreditwerbung von Kreditinstituten, sofern sie Zahlenangaben über Zinssatz oder Kreditkosten enthält, den effektiven Jahreszinssatz anzugeben. Im Sinne der besonderen Sorgfalt bei Geschäftsverbindungen mit Jugendlichen haben sich die österreichischen Banken prinzipiell bereit erklärt, die Werbung für Jugendkredite oder entsprechende Kontoüberziehungen zu unterlassen. (Details siehe Verbraucherkreditgesetz)


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Kreditwürdigkeit (-sprüfung) (Bonität)

(Überprüfung der) Kreditwürdigkeit eines Kreditwerbers anhand von derzeitigem und zukünftigem Einkommen, laufenden Ausgaben, verwertbarem Vermögen, angebotenen Sicherheiten, bestehenden Schulden, früheren Zahlungsproblemen und Sozialstatus. Hohe Bonität verringert das Ausfallsrisiko für den Kreditgeber und sollte sich daher in günstigen Konditionen (Zinsen, Sicherheiten...) niederschlagen. (Details siehe Verbraucherkreditgesetz)


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Krida (s. grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen, betrügerische Krida)


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Krisenintervention

Verschuldung und Überschuldung bedeuten für viele Betroffene massive soziale, persönliche und psychische Belastungen durch Vereinsamung, Angst, Schuldgefühle, Ohnmacht und Ausweglosigkeit. Zusätzliche Probleme wie zB Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidung können die, an sich schon schwierige und oft belastende, Verschuldungssituation verschärfen und akute psychische Krisen auslösen. Krisenintervention durch entsprechende Einrichtungen kann Hilfestellung geben, es gibt zahlreiche Beratungsstellen von privaten und öffentlichen Trägern.


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Kuckuck

Umgangssprachliche Bezeichnung für die Pfändungsmarke des Gerichtsvollziehers. Diese Marken, die den Bundesadler als Merkmal haben, werden vielfach auf die gepfändeten Gegenstände aufgeklebt und dürfen nicht eigenmächtig entfernt werden (s. Verstrickungsbruch).


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Kulanz (-lösung)

Schuldenregulierung durch freiwilliges Entgegenkommen des Gläubigers ohne entsprechenden Rechtsanspruch des Schuldners, zB durch Stundung, Zinsensenkung oder Teilverzicht (s. auch Vergleich). Häufig ist es für den Gläubiger aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Schuldners günstiger, auf einen Teil seiner Ansprüche zu verzichten, wenn dadurch wenigstens eine teilweise Rückzahlung ermöglicht wird.


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