Pfandleihhaus

Unternehmen zur Vergabe von Krediten gegen Verpfändung von Gegenständen ("Pfandl", Dorotheum...). Die Verzinsung liegt bei derartigen Krediten meist erheblich über den üblichen Privatkreditzinsen. Bei Zahlungsverzug werden die verpfändeten Gegenstände meist um einen Bruchteil ihres Wertes versteigert, aus dem Erlös werden die Schulden abgedeckt.


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Pfändungsgrenzen (s. Forderungsexekution)


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Postsperre

Bei Bestellung eines Masseverwalters im Privatkonkurs wird die gesamte Post des Schuldners an den Masseverwalter umgeleitet, der Schuldner erhält seine Post erst nach Durchsicht durch den Masseverwalter. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Masseverwalter keine wichtigen Informationen für den Privatkonkurs übersieht. Er interessiert sich daher kaum für rein private Inhalte.


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Privatkonkurs oder Privatinsolvenz

Umgangssprachliche Bezeichnung für das gerichtliche Schuldenregulierungsverfahren für Personen, die kein Unternehmen betreiben. Ziel dieses Verfahrens ist es, dem redlichen Schuldner die Möglichkeit für einen wirtschaftlichen Neubeginn durch Zwangsausgleich, Zahlungsplan oder Abschöpfungsverfahren mit Restschuldbefreiung zu bieten. Zahlreiche Einleitungshindernisse und Mitwirkungspflichten sollen den Missbrauch dieser Verfahren verhindern, die Möglichkeit der Restschuldbefreiung steht daher nur redlichen und hochmotivierten Schuldnern offen.


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Privatkredit

Kredit an Privatpersonen zur kurz- oder mittelfristigen Finanzierung von Konsumausgaben oder Wohnraumschaffung. Das Bankwesengesetz sieht für "Verbraucherkredite" gewisse Formerfordernisse und Mindestinhalte vor (Schriftlichkeit, Angabe von Gesamtbelastung, effektivem und fiktivem Zinssatz, Definition der allfälligen Zinsgleitklausel, Angabe von Anzahl, Höhe und Fälligkeit der Raten).


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Prozesskosten

Zu den Kosten eines Gerichtsverfahrens zählen die Kosten des Gerichts, der Sachverständigen, der Parteien und der Parteienvertreter (zumeist Rechtsanwälte). Die Gerichtskosten sind nach dem Wert des Streitgegenstandes pauschal abgestuft. Die Kosten der Parteien beschränken sich auf Reisekosten und Verdienstentgang. Die Kosten der Parteienvertreter und Sachverständigen richten sich nach besonderen Tarifen. Grundsätzlich hat die im Prozess vollständig unterliegende Partei dem Gegner dessen gesamte Kosten zu ersetzen. Siegt und unterliegt jede Partei zum Teil, werden die Kosten gegenseitig aufgehoben bzw. verhältnismäßig geteilt. Ausnahme: wenn der Beklagte die Klagseinbringung nicht veranlasst und sofort bei der ersten Tagsatzung den Anspruch des Gegners anerkannt hat. In diesem Fall hat der siegreiche Kläger die Kosten zu ersetzen (wichtig bei Exszindierungsklagen - s. Exszindierung). Personen, welche die Kosten eines Verfahrens ohne Beeinträchtigung des notwendigen Lebensunterhaltes nicht bestreiten können, können deren einstweilige Übernahme durch den Staat beantragen (s. auch „Verfahrenshilfe“). Offene Prozesskosten sind Schulden und sind daher entsprechend in die Sanierungsüberlegungen einzubeziehen.


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