Wörterbuch

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Fahrlässige Krida

Wer durch kridaträchtiges Handeln grob fahrlässig seine Zahlungsunfähigkeit herbeiführt, ist gemäß § 159 Strafgesetzbuch zu bestrafen. Diese Vorschrift war früher unter dem Begriff „fahrlässige Krida“ bekannt, im neuen Strafgesetzbuch heißt diese Bestimmung „grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen“ (siehe unten).


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Fahrnisexekution

Gerichtliche Pfändung und Verwertung von beweglichem Vermögen ("Fahrnissen") durch den Gerichtsvollzieher, mit dem Ziel, aus dem Erlös die zugrunde liegende Forderung samt Zinsen und Kosten zu bezahlen. Pfänden mehrere Gläubiger gleichzeitig, so wird zuerst an den bezahlt, der als erster die Exekution beantragt hat. Der Gerichtsvollzieher durchsucht die Wohnung des Schuldners und nimmt die pfändbaren Gegenstände ins Pfändungsprotokoll auf, die gepfändeten Sachen werden meist auch mit einer Pfändungsmarke ("Kuckuck") versehen. Sachen, die der Schuldner und dessen Angehörige unbedingt für eine einfache Lebensführung benötigen, dürfen nicht gepfändet werden, auch fremde Sachen sind unpfändbar (s. auch „Exszindierung“). Bei ergebnisloser Fahrnisexekution muss der Verpflichtete vor dem Gerichtsvollzieher oder bei Gericht ein Vermögensverzeichnis (s. unten) ablegen.


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Falsches Vermögensverzeichnis (s. auch Vermögensverzeichnis)

Strafbare Handlung nach § 292 Strafgesetzbuch. Wer vor Gericht oder einem Vollstreckungsorgan vorsätzlich ein falsches oder unvollständiges Vermögensverzeichnis (s. unten) unterfertigt und dadurch die Befriedigung eines Gläubigers gefährdet macht sich strafbar. Eine gerichtliche Verurteilung wegen Ablegung eines falschen Vermögensverzeichnisses kann ein Einleitungshindernis im Abschöpfungsverfahren darstellen.


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Forderungsexekution (auch Gehalts- oder Lohnpfändung)

Gerichtliche Pfändung von bestimmten Teilen des Einkommens oder anderer Forderungen. Bei Vorliegen eines Exekutionstitels wird auf Antrag des betreibenden Gläubigers der Drittschuldner (zB Arbeitgeber, Arbeitsamt oder Pensionsversicherungsanstalt), angewiesen, bis zur vollständigen Tilgung der Forderung den pfändbaren Teil der jeweiligen Forderung an den exekutierenden Gläubiger zu überweisen. Bei Vorliegen mehrerer Exekutionsanträge ist der Zeitpunkt des Einlangens der Exekutionsbewilligung beim Drittschuldner maßgeblich für die Reihenfolge der Abzüge. Zur Sicherung des Lebensunterhaltes des Schuldners und seiner Angehörigen sind Pfändungsgrenzen zu beachten. Die Höhe des jeweils unpfändbaren Betrages ist abhängig von der Höhe des Einkommens (s. Berechnungsgrundlage) und der Anzahl der Unterhaltspflichten. Weitere Informationen zu dieser komplizierten Rechtsmaterie sowie hilfreiche Pfändungstabellen finden Sie in der „Informationsbroschüre für Arbeitgeber als Drittschuldner“ des BMJ (abrufbar auch im Internet unter www.bmj.gv.at).


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Fremdwährungskredit

Die Finanzierungsform für Haus- oder Wohnungskäufer, der Kredit wird dabei meist in Schweizer Franken oder japanischen Yen aufgenommen. Durch die vergleichsweise günstigen Zinsen ist diese Devisenspekulation für viele Kreditnehmer verlockend, übersehen werden dabei meist die riskanten Bedingungen und die hohen Spesen. Aufgrund der enormen Risiken und ständigen Währungsschwankungen ist diese Kreditform nur für Wohlhabende mit tief greifenden Finanzkenntnissen empfehlenswert. Für „normale Schalterkunden“ ist auch die meist komplizierte Verknüpfung mit Lebensversicherungen und Investmentfonds kaum durchschaubar. Gläubiger ist die kreditgebende Bank im Inland, bei Zahlungsproblemen gelten daher die Informationen dieser Website.


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Fälligkeit

Zeitpunkt, in dem eine Forderung (Rate, Gesamtforderung, Miete etc) bezahlt werden muss. Die Fälligkeit wird meist bei Vertragsabschluß vereinbart. Wurde kein Fälligkeitszeitpunkt festgelegt, kann der Gläubiger die Forderung durch Mahnung des Schuldners jederzeit fällig stellen. Mit Eintritt der Fälligkeit können Verzugszinsen berechnet und gerichtliche Klage eingebracht werden (s. auch Verzugszinsen und Terminsverlust).


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